Drei Männer buhlen um die Liebe Elviras: ihr Geliebter Ernani, Don Carlo, der König von Spanien und Silva, Elviras reicher Vormund, dem sie versprochen ist. Als Carlo in Aachen zum Kaiser gewählt werden soll, tummeln sich unter den Verschwörern auch Silva und Ernani. Doch der Mordanschlag misslingt, Carlo wird zum Kaiser Karl V. gewählt und will die Verschwörer bestrafen. Auf Bitten Elviras aber begnadigt er beide und akzeptiert letztendlich die Liebe zwischen ihr und Ernani. Doch das Happy End währt nicht lange, denn Silva will Rache an Ernani üben. Das heute selten gespielte Frühwerk Verdis erlebt nun in Köln eine konzertante Aufführung
Mit ERNANI schuf Verdi nach der Vorlage Victor Hugos ein packendes Drama um Macht, Liebe und Eifersucht und nahm dabei ein historisches Ereignis zum Anlass: die Krönung Karls V. zum Kaiser im Aachener Dom 1520. Im Vordergrund stand für Verdi vielmehr die schockierende Stoßkraft der Handlung als ihre dramaturgische Glaubwürdigkeit.
Die Uraufführung von ERNANI am 9. März 1844 im Teatro La Fenice in Venedig war ein sofortiger Triumph für Verdi. Nach den Erfolgen von NABUCCO und I LOMBARDI sollte dies Verdis endgültiger Durchbruch als Komponist sein. Schnell verbreitete sich das Werk über die italienischen Bühnen und wurde bald auch in London, Paris und Berlin gespielt. Im 19. Jahrhundert gehörte ERNANI zu den meistaufgeführten Opern Giuseppe Verdis.
Zwar ist das Werk im formalen Aufbau noch vielfach der Konvention verhaftet, doch die Musik enthält eine bisher ungehörte dramatische Schlagkraft – mit Chören, die bereits auf IL TROVATORE vorausweisen.