Zwischen Schweinehälften und Familienmythen, Trauer und Hoffnung, Fiktion und Biografie bewegt sich die neue Arbeit des irischen Shooting-Stars Oona Doherty. Inspiriert von der Geschichte ihres Ururgroßvaters Specky Clark, der als kleiner Junge per Schiff von Glasgow nach Belfast verfrachtet wird, um dann in einem Belfaster Schlachthof zu arbeiten, erzählt sie in ihrem bislang intimsten Stück eine Geschichte über Klassenbewusstsein, Kapitalismus und Familiendynamik. Sie arbeitet erstmals mit Dialogen, die sie gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh verfasst hat. Mit einem internationalen Tanzensemble aus neun Performer*innen, Musik der Dubliner Irish Folk Band Lankum, deren „False Lakum“-Album zum besten Album 2023 (The Guardian) gekürt wurde und dem sardischen Jazzsaxofonisten und Tenor Gavino Murgia gelingt ihr ein dichter, wilder Tanztheaterabend.
„Ein Theaterstück freilich nicht im Sinne von Shakespeare oder Molière, sondern im Sinne des Physical Theatre. Und spätestens mit der surrealen Samhain-Party kommt am Ende eine geradezu höllische Tanzstimmung auf.“ tanz 2025
Oona Doherty, geboren 1986 in London, ist eine irische Tänzerin, Choreografin und Künstlerin aus Belfast, deren Tanzstil für seine Stärke und seinen Ausdruck von Wut bekannt ist. Sie studiert an der London School of Contemporary Dance, der University of Ulster und dem Laban Centre London und arbeitet anschließend vier Jahre lang mit der niederländischen Kompanie T.R.A.S.H., berühmt für ihren punkigen, experimentellen Stil. Sie gewinnt zahlreiche Preise für ihre Choreografien, wie den „Total Theatre“ und den „Dance Award“ beim Edinburgh Fringe Festival 2017 und den „Dublin Tiger Fringe Festival Best Performer Award 2016“ für ihr Stück „Hope Hunt“. 2021 wird sie mit dem „Silbernen Löwen“ der Tanzbiennale in Venedig ausgezeichnet.
Koproduktion Ballet Preljocaj / CCN Aix- en-Provence (FR), Dublin Dance Festival & The Abbey Theater (IE), Sadler’s Wells London (UK), Kampnagel Hambourg (DE), Festspielhaus St. Pölten (AU), Théâtre de la ville Paris (FR), Tanz Köln (DE), MC2: Grenoble (FR), CCN-Ballet national de Marseille (FR)